Das Wichtigste zusammengefasst
Feng Shui ist eine altchinesische Lebensphilosophie, die durch harmonische Einrichtung die Energie Chi zum Fließen bringt – und sich mit nahezu jedem Wohnstil verbinden lässt.
Fünf Grundelemente (Feuer, Metall, Erde, Holz, Wasser) mit ihren jeweiligen Farben und Materialien bilden die Basis; keines darf überwiegen.
Das Bagua-Raster teilt jeden Raum in acht symbolische Zonen ein und gibt vor, welche Wohnelemente wohin gehören.
Die sogenannte Kommandoposition verrät, wo Bett, Sofa und Schreibtisch idealerweise stehen – und warum der Platz im Raum über Wohlbefinden entscheidet.
Licht, Pflanzen, Spiegel und Ordnung sind konkrete Stellschrauben, um das Chi in Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Bad und Balkon gezielt zu lenken.
Geborgenheit und Harmonie im Haus – wer seine Wohnung als natürlichen Rückzugsort gestaltet, liegt damit voll im Einrichtungstrend. Feng Shui ist dafür ideal: Diese altchinesische Lebensphilosophie bringt die Energie Chi zum Fließen – und damit euer Leben ins Gleichgewicht. Mit fernöstlichen Wohnideen sorgt ihr für mehr Ruhe in euren vier Wänden – und für Yin und Yang in Balance. Mit einfachen Tipps könnt ihr eure Wohnung nach Feng Shui einrichten.
Mit Feng Shui im Einklang mit der Welt
Im Job läuft es nicht rund? Der Haussegen hängt immer öfter schief? Und antriebslos seid ihr auch noch? Möglicherweise fließen die Energien gerade nicht optimal – das zumindest würden traditionsbewusste Chinesen vermuten. Im Feng Shui dreht sich alles um die Lebensenergie Chi. Und die muss ungehindert strömen: Übersetzt steht „Feng“ für Wind und „Shui“ für Wasser.
Weil Feng Shui mehr eine Lebenseinstellung als ein Einrichtungsstil ist, müsst ihr weder auf euren bevorzugten Look verzichten noch euch auf einen bestimmten Wohnstil konzentrieren. Die Philosophie passt perfekt zu japanischen Stilen wie Japandi oder Wabi Sabi. Minimalismus lässt sich ebenfalls sehr gut mit den altchinesischen Regeln verbinden. Aber auch wenn ihr ganz andere Vorlieben habt, könnt ihr diese nach Feng Shui arrangieren. Egal, ob ihr Retro-Fans seid oder ein modernes Mobiliar bevorzugt – wichtiger als aktuelle Interieur-Trends ist, wie ihr den Raum gestaltet.
Produktvorschläge für das Einrichten nach Feng Shui:
Grundregeln für eine Feng-Shui-Einrichtung
Hier ist alles in Balance: In eurem Zuhause müssen die fünf Grundelemente Feuer, Metall, Erde, Holz und Wasser im Gleichgewicht sein. So könnt ihr nach alten Feng-Shui-Lehren positive Energien verstärken und negative schwächen.
Jedes Element steht mit bestimmten Farben und Materialien in Verbindung. Achtet darauf, dass keines überhandnimmt. Glänzend lackierte Möbel haben beispielsweise eine kühle Wirkung. Ein weicher Teppich in warmen Farben gleicht dies wunderbar aus.
Elemente und ihre Eigenschaften und Farben im Feng Shui
Holz
Farben: Blau, Grüntöne
Material: Holz, Kork, Bambus, aber auch Leinen, Baumwolle, Papier, StreifenFeuer
Farben: Rot- und Orangetöne
Material: Kerzen, Feuer, DreieckeErde
Farben: Brauntöne, Beige, Gelb
Material: Erde, Stein, Keramik, Terrakotta, QuadrateMetall
Farben: Weiß, Grau, helle Pastelltöne
Material: Edelstahl, Steine, Ovale, KreiseWasser
Farben: Dunkelblau, Schwarz
Material: Wasser, Glas, Spiegel, Seide, asymmetrische Formen

Zusätzlich müsst ihr darauf achten, dass das Chi ungehindert in eure Räume strömen kann. Feng-Shui-Experten empfehlen dafür, Türen möglichst offen zu lassen und Wege nicht zu versperren. Auch runde Formen und organische Möbel sind hilfreich – sie sorgen für den richtigen Fluss.

Pflanzen symbolisieren Lebendigkeit. Wasser ist ebenfalls ein wichtiges Mittel, um gutes Chi zu begünstigen. Aquarien, Zimmerbrunnen oder Bilder mit Seen und Flüssen bringen die Energie zum Fließen. Dunkelheit und Totes sind hingegen schlechte Einflüsse für euer Zuhause. Entfernt daher abgestorbene oder vertrocknete Sträuße und Blätter und geht gegen dunkle Ecken vor.

Einmal alles doppelt, bitte! Das Dekorieren mit Spiegeln spielt im Feng Shui eine wichtige Rolle. Denn durch die Reflexion des Lichtes leiten sie den Energiefluss weiter. Viele Experten empfehlen allerdings, sie nicht gegenüber von Türen zu montieren, vor allem nicht gegenüber der Eingangstür. Warum? Die Chinesen glauben, dass die gute Energie so direkt wieder nach außen befördert wird.
Und zum Schluss sind Klarheit und Struktur essenziell, damit nichts dem Chi im Weg ist. Mistet also alte Klamotten und Staubfänger aus. Das entlastet die Seele und lässt durchatmen.
Für Einsteiger: Raumaufteilung nach Feng Shui
Im Feng Shui wird Wohnraum in acht Trigramme aufgeteilt – das Bagua. Es spielt keine Rolle, ob ihr eine kleine Wohnung oder ein großes Wohnzimmer nach Feng Shui plant. Legt ein Raster von dreimal drei Quadraten über den Grundriss eures Hauses oder auch nur eines einzelnen Zimmers. Im Mittelpunkt dieses Rasters liegt das energetische Zentrum, das Tai Chi. Das sollte möglichst ruhig und leer bleiben. Darum herum sind acht „Häuser“ angeordnet.
In der vereinfachten Bagua-Lehre ist die untere Kante von Wissen, Karriere und hilfreichen Freunden die Grundlinie. Sie sollte auf dem Eingang des Raumes liegen. Im klassischen Feng Shui richten sich die Häuser nach den Himmelsrichtungen. Natürlich sind nicht jede Wohnung oder jeder Raum passend quadratisch geschnitten. Flächen, die über die Bagua-Häuser hinausgehen, füllt ihr gezielt mit Elementen, die das Chi positiv verstärken.
Dabei geht es nicht darum, dass im Kinder-Bereich unbedingt ein Kinder- und bei Wissen das Arbeitszimmer sein muss. Die verschiedenen Häuser sind symbolisch zu betrachten:
Reichtum steht für Wohlstand, aber auch für bereichernde Erfahrungen. Bestückt diese Zone mit den passenden Wohnaccessoires.
Ruhm beeinflusst, wie ihr von anderen betrachtet werdet. Hier solltet ihr extra gründlich darauf achten, positive Elemente einzusetzen.
Partnerschaft symbolisiert eure Beziehung zu anderen Menschen. Hier kommen Möbel hin, mit denen ihr zusammenkommt. Das kann die Sitzecke sein, aber auch Bodenkissen für einen Plausch bei Kaffee und Keksen.
In der Familienzone gedenkt ihr eurer Vorfahren. Erinnerungsfotos passen hier gut – oder Accessoires, die Harmonie ausstrahlen.
Das Kinder-Haus steht nicht für den Nachwuchs, sondern für den Anfang. Hier dürft ihr besonders kreativ sein.
Wissen ist klar: In dieser Zone geht es darum, seinen Geist zu erweitern. Dafür braucht ihr Raum, in dem ihr Ruhe habt.
Karriere ist der Eingang in euer Bagua und gleichzeitig das Symbol für euren Lebensweg. Legt auch in dieser Zone das Augenmerk auf ein freundliches Gefühl.
Die hilfreichen Freunde sollen euch auf eurem Weg unterstützen. Daher muss dieser Bereich sehr einladend sein.
Möbel platziert ihr nicht einfach da, wo es schön aussieht. Ihr müsst die sogenannte Kommandoposition finden, wenn ihr das Wohnzimmer oder andere Räume nach Feng Shui einrichtet. Grundregel ist dabei: Bett, Sofa oder Schreibtischstuhl sind schräg gegenüber des Eingangs platziert. Dabei sitzt ihr idealerweise mit dem Rücken zur Wand. Perfekt ist es, wenn ihr alle Türen und Fenster im Blick habt. Das sorgt für innere Gelassenheit.
Feng-Shui-Einrichtungsbeispiele von Raum zu Raum
Feng Shui bietet keine Patentlösungen, sondern Anregungen und Möglichkeiten, euer individuelles Wohlfühlzuhause zu gestalten. Probiert es aus – vielleicht spürt ihr schon bald, wie ihr zufriedener werdet. Die Lebensphilosophie eignet sich für jedes Zimmer. Feng Shui ist von großer Bedeutung, wenn ihr das Schlafzimmer plant. Denn dies ist unsere Ruheoase. Es ist der Rückzugsort, an dem wir entspannen und neue Kraft tanken: Mit dezenten und harmonischen Farben, vor allem natürlichen Braun-, Beige- und Grüntönen, liegt ihr hier traumhaft richtig.

Wenn ihr euer Arbeitszimmer einrichtet, gilt die Devise: Fokus auf das Wesentliche. Daher wird sämtlicher Schnickschnack ordentlich verstaut. Um den Job am Schreibtisch tatkräftig angehen zu können, wählt ihr entsprechend belebende Elemente für euren Arbeitsplatz. Kräftige Farben fördern die aktivierende Yang-Kraft.

Fun Fact für das stille Örtchen: Schließt bitte immer den Toilettendeckel! Manch Lehrmeister denkt, sonst entweicht das Chi. Auch Geld soll schwinden. Ob Legende oder nicht: Ein geschlossener Deckel ist mindestens aus ästhetischen und hygienischen Gründen empfehlenswert.

Für Balkonistas und Hobby-Gärtner: Grüne Oasen lassen sich besonders schön nach der chinesischen Philosophie formen. Findet ein gutes Gleichgewicht zwischen Licht und Schatten, zwischen rund und spitz, zwischen in Form geschnittenen und wild wuchernden Pflanzen. Besonders gut fließen die positiven Energien durch sanft geschwungene Wege. Entsorgt alles, was mit negativer Energie behaftet ist, etwa kaputte Töpfe oder abgestorbene Pflanzen.
Beleuchtung nach Feng Shui
Das Chi scheut die Dunkelheit. Trübe Ecken wollt ihr daher unbedingt vermeiden. Am wohlsten fühlt sich die Lebensenergie im Tageslicht. Setzt also möglichst lichtdurchlässige Gardinen und Vorhänge ein.
Ob bei der Beleuchtung im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer: Indirekte Lichter sind auch im Feng Shui Faktoren für ein Ambiente zum Wohlfühlen. Tischlichter und Stehleuchten in der Ecke schaffen sanfte Lichtfelder. Achtet auch hier auf die Form: Um runde und organisch geformte Modelle kann das Chi besonders gut fließen. So entsteht ein Raum, der gemütlich eingerichtet ist – und nach den alten chinesischen Regeln zu energetischer Ausgeglichenheit führt.













