Minimalismus
Minimalismus

Der Minimalismus feiert die stilvolle Kunst des Weglassens. Ein nach diesem Prinzip eingerichtetes Zuhause wirkt aber keinesfalls karg und trist. Ganz im Gegenteil: Der Verzicht auf jeden Überfluss schafft Wohnräume voller Leichtigkeit und Ruhe. So wird Ihr Heim ein Ort zum Ankommen und Entspannen.

Wir verraten Ihnen alles Wissenswerte zu diesem Stil und geben Einrichtungsideen zur reduzierten Ästhetik.

Das ist Minimalismus: Definition einer Ästhetik

Ein Sofa, ein schlichter Glastisch und ein Sideboard: Der Minimalist braucht wenig, um glücklich zu sein. Er bevorzugt weitestgehend freie Böden und Wände, besitzt nur wenige Möbelstücke in schnörkellosen Linien und verzichtet auf unnötige Wohn-Accessoires. Auffällige Muster und knallige Farben suchen Sie in seinem Heim vergeblich. Hier regieren dezente Nuancen wie Weiß, Grau oder Beige. 

Das Ergebnis dieser Ästhetik sind offene, lichtdurchflutete Räume, die Leichtigkeit ausstrahlen. In diesen vier Wänden findet Ihr Geist Ruhe. Schließlich lenkt Überfluss vom Wesentlichen ab. Dieses Credo vertraten die Mitglieder der Minimal-Art-Bewegung, der dieser Einrichtungsstil entsprang. Diese Kunstrichtung nutzte eine betont einfache Formsprache mit klaren geometrischen Formen.

Die Kunst der Reduktion begeisterte in den 1960er Jahren die Menschen und eroberte schnell auch andere Bereiche. So fand der Minimalismus Einzug in die Musik und das Theater – und schließlich auch in die privaten Wohnräume.

Minimalistisch wohnen: Diese Vorteile hat ein reduzierter Einrichtungsstil

Reduktion erhöht den Wohn-Komfort

Wissenschaftler der Princeton University belegten es jüngst: Das Hirn mag wenige Reize. Eine vollgestopfte Umgebung erschwert ihm die Arbeit und bereitet ihm konstant latenten Stress. Eine reduzierte Einrichtung hebt also Ihr Wohlgefühl und damit Ihren Wohn-Komfort.

Das beste Beispiel: Das minimalistische Arbeitszimmer. Hier ist der Schreibtisch angenehm leer und aufgeräumt. Die Wand gegenüber buhlt nicht mit Fotos vom letzten Italien-Urlaub um Ihre Aufmerksamkeit. Das Ergebnis: Sie arbeiten entspannter.

Die stilsichere Reduktion kreiert gleichzeitig mehr Platz. Das heißt: Raum für große Ideen. 

Minimalismus spart Geld

So offensichtlich wie praktisch: Minimalismus spart Ihnen bares Geld. Schließlich passt der anvisierte kunterbunte Läufer stilistisch einfach nicht in Ihr puristisches Schlafzimmer. Lassen Sie Ihren schönen Parkettboden lieber für sich wirken. Ihr Sinn für Ästhetik freut sich. Ihr Portemonnaie ebenso.

Der Wohnungsputz wird einfacher

Minimalistisch leben erleichtert Ihnen das Putzen. In diesem Zuhause sammeln keine Kristallfiguren auf dem Fensterbrett Staub. Der Ausblick in die Natur ist für Minimalisten Wohn-Deko genug – und deutlich pflegeleichter als jedes Wohn-Accessoire.  

Das minimalistische Wohnzimmer: Einrichtungsideen

Das Wohnzimmer ist das Herzstück Ihres Heims und vereint Privates mit Öffentlichem. Schließlich empfangen Sie hier auch Gäste. Das minimalistische Wohnzimmer verbindet daher auf raffinierte Art und Weise puristische Funktion mit der richtigen Prise Gemütlichkeit. Wie das geht?

Die Basis des minimalistischen Wohnzimmers

Zunächst kreieren Möbelstücke mit klaren Linien eine ruhige Basis. Hierzu zählen etwa hohe Regale und geschlossene Schränke, Sideboards, ein schlichtes Sofa und ein kompakter Tisch. Statt mit Farben fesseln diese Elemente das Auge mit spannenden Oberflächen. Hierfür eignen sich Materialien wie Holz, Glas oder Chrom. 

Ausgewählte Accessoires runden den Raum ab

Damit diese Sammlung weniger Möbelstücke Wärme gewinnt, wird die Einrichtung mit wenigen ausgewählten Accessoires aufgelockert. Ein Bildband auf dem Tisch lädt zum Durchblättern ein, eine Decke auf der Couch zum Einkuscheln. Ein einzelnes gerahmtes Bild Ihres Lieblingskünstlers setzt einen individuellen Akzent und eine Kübelpflanze erweckt das Zimmer endgültig zum Leben.

Das minimalistische Kinderzimmer: weniger Einrichtung, maximaler Spaß

Die Jüngsten haben oft die meisten Dinge. Wie in dieser Umgebung die Ästhetik des Weglassens funktioniert? Ganz einfach: Indem ein Spiel daraus wird.

Lassen Sie Ihr Kind also eine Liste anfertigen. Hier notiert der Spross, welche zehn Spielsachen er unbedingt braucht. Der Rest seiner Schätze kommt in ein Highboard. Wonach Ihr Junior drei Monate lang nicht fragt, das kommt endgültig weg. So schrumpft nach und nach der kunterbunte Überfluss. Gleichzeitig wächst der Platz zum Toben und Spielen.

In der Zeit, in der Sie diesen Minimalismus-Tipp umsetzen, wird der Raum mit der richtigen Einrichtung zum minimalistischen Kinderzimmer. Wandfarben in maximal zwei Pastelltönen kreieren sanfte Behaglichkeit. Farblich passende Möbel aus einer Produktfamilie bilden eine klare Linie und eine einfache weiße Deckenlampe taucht alles in warmes Licht.

Wabi Sabi: Japanischer Minimalismus

Der Wohntrend Wabi Sabi stellt das einfache Leben, das Schlichte und Klare in den Vordergrund. In dieser Hinsicht ähnelt die aus dem japanischen Zen-Buddhismus stammende Philosophie dem Minimalismus. Wabi Sabi unterscheidet sich von diesem allerdings in einigen Grundsätzen.

Die Schönheit des Unperfekten

 

Wabi Sabi zelebriert das Unperfekte. Die alte gesprungene Vase gehört also unbedingt in dieses Zuhause. Schließlich erzählt der Design-Makel eine Geschichte und verleiht einem Raum so Persönlichkeit. Charaktervolle Wände aus Beton, Naturstein oder unbehandeltem Holz werden ebenfalls begrüßt. 

Die Liebe zur Natur

 

Naturmaterialien sind oft unperfekt – und damit fester Bestandteil von Wabi Sabi. Möbel und Accessoires aus Holz, Leder, Steingut oder mundgeblasenem Glas schaffen außerdem eine gemütliche Atmosphäre. Natürliche Deko wie getrocknete Blumen, Äste oder Gräser in großen, unperfekten Vasen überzeugen in ihrer Schlichtheit. 

Das Spiel mit Licht und Schatten

 

Der Minimalismus liebt lichtdurchflutete Räume. Im Wabi Sabi wird beim Einrichten auch der Schatten geschätzt. Semitransparente bestickte Vorhänge kreieren ein spannendes Spiel aus Hell und Dunkel. Wer kann, setzt große Fenster in Szene. Leichte Stoffe und natürliche Textilien in hellen Farbnuancen wie Weiß, Creme oder Beige haben eine tolle Wirkung und machen den klaren Stil gemütlich. 

Lebensstil Minimalismus: Loslassen ist in

Der anhaltende Erfolg von Aufräum- und Ausmist-Guru Marie Kondo spricht Bände: Loslassen ist in. Der Verzicht auf unnötigen Schnickschnack findet mehr und mehr Fans und zahllose Studien belegen die positiven Effekte eines puristisch gestalteten Umfelds.

Minimalistisch leben hilft Ihnen dabei, diese moderne Philosophie des Verzichts in einer ansprechenden Form auszudrücken. So vereinen Sie mit den richtigen Möbeln und Accessoires ein gutes Gefühl mit einer attraktiven Einrichtung – und wohnen einfach besser.

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